Zahnpflege beim Hund

[Werbung, Kooperation] Auch wir sind bei den AGILA Influencer Mottowochen „Haustierpflege für Hund und Katze“ dabei und haben einen Beitrag zur Zahnpflege beim Hund zusammengestellt. Wir bedanken uns bei der AGILA Haustierversicherung für die Unterstützung bei diesem Beitrag.

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Zahnpflege beim Hund

Einem Hund die Zähne putzen? Ich gebe zu, das klingt befremdlich. Und ehrlicherweise hätte ich früher wahrscheinlich über solch einen Satz geschmunzelt und gedacht „Ja, ja … man kann es auch übertreiben“.

Vor etwa 1,5 Jahren hatte Laika ihre erste Zahnreinigung. Sie lag in Narkose für das Röntgen von Hüfte und Wirbelsäule. Diese Narkose haben wir direkt für die Zahnreinigung mit genutzt. Zu diesem Zeitpunkt war sie gerade einmal 3 Jahre alt und hatte bereits eine Menge Zahnstein. Der Grund dafür: Der naive Gedanke, dass Zahnpflege beim Hund nicht nötig sei, weil die Zähne sich über Kauartikel und Futter von allein reinigen.

Laika bekommt ausschließlich zuckerfreie Leckerlis, natürliche Kauartikel und wird gebarft. Der Grund für die vermehrte Bildung von Zahnstein ist zum einen genetisch bedingt. Weiterhin wird Laika durch meine Arbeit in der Hundeschule viel beschäftigt und speichelt in Futtererwartung auch vermehrt. Und der Hauptgrund für ihren Zahnstein ist, dass sie nicht richtig kaut. Selbst Fleisch wird geschluckt. Das ist bei dem Großteil der Hunde so, denn sie sind „Schlingfresser“. Jeden Tag einen großen, Kauartikel zur Zahnreinigung? Sicher nett gemeint. Doch was bringen weiße Zähne, wenn der Hund durch zu viele Kauartikel stark übergewichtig ist? Und eine regelmäßige Zahnreinigung in Narkose kann auch nicht die Lösung sein. Es musste also Plan B her und so habe ich mich über die verschiedenen Möglichkeiten der Zahnreinigung beim Hund informiert und getestet. 

Fressbares gegen Zahnstein

Zahnpflege beim Hund – Snacks gegen Zahnstein

Zunächst habe ich mich durch diverse Snacks gegen Zahnstein getestet. Sie werden immer wieder angeboten und versprechen wahre Wunder. Leider hat Laika durch ihre Unverträglichkeiten nicht alles vertragen und Erfolge allein durch die Snacks haben wir auch nicht gesehen. Unterstützend kann man Snacks zur Zahngesundheit geben, allerdings wird damit das „Problem mit dem Zahnstein“ auch nicht vollends gelöst sein. 

Weiterhin enthalten die meisten Snacks zur Zahngesundheit Jod bzw. Seealgenmehl. Eine Unter- oder Überdosierung davon ist fatal. Es kann eine Fehlfunktion der Schilddrüse zur Folge haben. Beim Barfen muss Seealgenmehl hinzugegeben werden, um den Bedarf an Jod zu decken. Dabei muss die Menge auf genau ausgerechnet werden, damit die Schilddrüse richtig arbeitet. Gibt man also jodhaltige Snacks muss man darauf achten, dass der Gesamt-Jodhaushalt ausgeglichen ist. Ist man sich dabei unsicher, sollte man jodhaltige Snacks vermeiden oder vor dem Verfüttern Rücksprache mit der Tierarztpraxis halten. Gleiches gilt natürlich auch für Zahnpflegesprays und Zahnpasta. Auch dort sollte man auf den Jodgehalt achten. 

Kauartikel gegen Zahnstein

Natürliche Kauartikel können auch gegen Zahnstein helfen. Besonders geeignet sind hier Rinderkopfhaut oder auch Ochsenziemer. Für Laika nutze ich gern Rinderkopfhautplatten. Auch roher Pansen ist super für die Zahnreinigung, wird aber nicht von jedem Hund gut vertragen und hat auch einen sehr gewöhnungsbedürftigen Geruch. Bei Kauartikeln sollte man darauf achten, dass sie nicht gebleicht sind, keine Zusätze, Farbstoffe und Zucker enthalten. Ideal sind Kauartikel aus 100% Fleisch. 

Zahnpflege beim Hund – Zähne putzen mit dem Hund

Zahnbürsten und Fingerlinge für Hunde

Auch bei den Zahnbürsten bietet der Markt eine breite Auswahl. Eine Zeit lang habe ich eine UV-Zahnbürste getestet. Damit war ich auch zufrieden. Allerdings ist es so, dass man den Zahnstein trotz der Zahnbürste selbst abkratzen muss und, dass ich täglich mit Laika die Zähne putzen musste, damit man minimale Erfolge sieht. Weiterhin muss man die Zahnbürste für wenige Sekunden ruhig an die Zähne halten. Da bin ich ganz ehrlich: Dafür fehlt es mir an Zeit und Laika an Nerven. Jeden Abend Zähne putzen, ruhig sitzen bleiben und am Zahn mit einem Rosenholzstäbchen herum kratzen lassen? Laika hat alles geduldig mitgemacht und wir haben das Zähne putzen auch positiv trainiert. Allerdings hat man ihr schon angesehen, dass sie keine Lust auf die tägliche, abendliche Routine hatte. 

Daher bin ich zunächst umgestiegen auf Fingerlinge. Diese gibt es speziell für Hunde zu kaufen. Entweder man entscheidet sich für einen Fingerling aus Stoff bzw. Fleece. Diesen kann man waschen und mehrmals verwenden. Alternativ dazu gibt es auch Fingerlinge für die Einmalnutzung. Diese habe ich zunächst bestellt. Sie enthielten bereits einen Wirkstoff gegen Plaque und Zahnstein. Sie waren nicht schlecht und Laika hat sie auch gut angenommen. Gewirkt haben sie jedoch nicht gut. 

Also bin ich wieder zurück zu Zahnbürsten. Dieses Mal jedoch ohne UV-Licht. Sicher gibt es auch hier teure Spezialzahnbürsten für den Hund. Ich habe stattdessen in der Drogerie einfach eine günstige, weiche Bambuszahnbürste für Kinder gekauft. Mir war wichtig, dass sie aus Bambus und nicht aus Plastik besteht, falls Laika beim Putzen darauf herumkaut. 

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Zahnpflege beim Hund

Zahnpasta für Hunde

Zum Zähne putzen nutzen wir derzeit unsere Bambus Zahnbürste und die Zahncreme von Lila loves it. Damit kommen wir sehr gut zurecht. Etwa 1x pro Woche putze ich Laika die Zähne. Der Zahnstein wird langsam weniger und es kommt kein Neuer dazu. Der zeitliche Aufwand hält sich im Rahmen und sicher gehört das Zähneputzen nicht zu Laikas Lieblingsbeschäftigungen, aber mit der weichen Bambuszahnbürste funktioniert es wirklich sehr gut. Alternativ zur Zahnpasta kann man auch Kokosöl nutzen. Dieses wirkt antibakteriell und schmeckt dazu auch noch gut. 

Gewöhnung an eine Zahnbürste zur Zahnpflege beim Hund

Auch an die weiche Bambuszahnbürste musste ich Laika natürlich gewöhnen. Das ist wichtig, damit der Hund bei der Maulpflege keinen Stress hat und besonders bei sensiblen und unsicheren Hunden absolut notwendig. 

Mit Laika habe ich das Zähneputzen mit Hilfe eines Clickers aufgebaut. Man kann genauso gut aber auch ein anderes Markerwort nehmen. Zunächst haben wir ohne Zahnbürste geübt, dass Laika ihre Schnute in meine flache Hand legt. Sie kannte bereits das Signal „Down“ zum Kopf ablegen. Von daher ging dieser Trainingsschritt sehr schnell. Eine Anleitung, wie ihr dem Hund den Trick „Kopf ablegen“ beibringt, findet ihr hier. 

Nun habe ich begonnen langsam ihre Lefzen nach oben zu schieben und habe immer geclickt und belohnt, solang ihr Kopf ruhig in meiner Hand lag. Als das zuverlässig klappte, habe ich die Zahnbürste dazu genommen, sie ganz kurz an die Schnute bzw. schon an die Zähne gehalten und diese Berührung habe ich sofort gemarkert und auch dann belohnt. Mir war es wichtig, dass sie die Berührung zwischen Zahnbürste und Zahn positiv verknüpft. Als sie auch bei der Berührung ruhig blieb, habe ich kleine, kreisende Bewegungen belohnt. Als sie dabei auch entspannt war, konnte ich mit dem Zähne putzen starten.

Übung macht den Meister

Das waren unsere Trainingsschritte und die Gewöhnung hat auch mehrere Wochen gedauert. Wie immer muss sich hier jeder selbst ausprobieren, da jeder Hund anders lernt. Sollte eine Zahnbürste nicht gut akzeptiert werden, kann man natürlich auch hier einen Fingerling mit Zahnpasta nutzen. Es lohnt sich im Übrigen bereits mit einem Welpen das Zähne putzen aufzubauen. Nicht, weil es bei Milchzähnen nötig ist, sondern damit der Hund bereits im jungen Alter positiv an die Zahnpflege gewöhnt wird.

Wir hoffen, wir konnten euch ein paar Ideen zum Thema „Zahnpflege beim Hund“ geben. Schaut regelmäßig in das Maul eurer Hunde hinein und behaltet die Zähne im Blick.  Müsst ihr bei euren Hunden Zähne putzen? Oder habt ihr noch andere Tipps zur Zahnpflege?

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Gewöhnung an eine Zahnbürste

Andere spannende Beiträge passend zur Influencer Mottowoche der AGILA Haustierversicherung „Haustierpflege für Hund und Katze“ findet ihr hier :

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Bärbel sagt:

    Toller Artikel – und das Titelbild ist wirklich klasse! Leider haben viele Hunde und Katzen Probleme mit den Zähnen, oft wird das nicht ernst genommen.

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