Studie zur Auswahl eines Hundes

(Kooperation) In diesem Beitrag wird es etwas wissenschaftlicher, dafür aber auch ziemlich spannend. Im Auftrag der AGILA Haustierversicherung wurde im Juni 2020 eine Studie zur Auswahl eines Hundes in Auftrag gegeben, in welcher Hundebesitzer befragt wurden. Warum schaffen sich Menschen einen Hund an? Wer nimmt seinen Hund mit ins Büro und wie wirkte sich die Pandemie auf das Zusammenleben mit Hund aus? Diese und weitere Fragen wurden in der Studie beantwortet. Wir haben euch hier die wichtigsten und spannendsten Ergebnisse zusammengefasst und erzählen natürlich auch, warum wir uns für einen Hund entschieden haben. 

An der Studie haben insgesamt 400 Personen im Alter von 18-69 Jahren teilgenommen.  Sie wurden im Online Access-Panel befragt. Die Studie zur Auswahl eines Hundes hat di respondi AG übernommen. Grundlegend ist zu sagen, dass 80 % der Befragten nur einen Hund halten, 20 % der Befragten haben zwei oder mehrere Hunde. Die Hälfte der Befragten waren Frauen, die andere Hälfte Männer. 

alt="Studie zur Auswahl eines Hundes brauner labrador im Schnee"

Studie zur Auswahl eines Hundes

Gründe für die Anschaffung

Die Gründe für die Anschaffung eines Hundes sind vielfältig. Warum Laika vor knapp 5 Jahren einzog kann ich gar nicht mehr so genau beantworten. Sicher, weil sie ein lang gehegter Traum von mir und meinem Partner war und der Zeitpunkt einfach sehr gut passte. Wir sind aktive Menschen und Hunde begeistern mich schon mein ganzes Leben. 

Nuri zog nun in diesem Herbst als Zweithund dazu. Ich war auf der Suche nach neuen Herausforderungen und nach einem Hund, mit dem ich auch im Dummytraining richtig durchstarten kann. Da Laika keine VDH-Zuchtpapiere hat, kann ich mit ihr leider keine Prüfungen laufen. Und ehrlicherweise fehlt es ihr dafür auch an Arbeitsmotivation. So zog Nuri ein, welche weitaus motivierter und jagdlicher ist. Sie stellt mich vor Herausforderungen und genauso habe ich es mir auch gewünscht. 

In der Studie gaben 95 % aller Befragten an, dass sie sich einen Hund angeschafft haben, weil sie Hunde sehr gern mögen. 87 % gaben an, dass sie mit einem Hund an die frische Luft kommen und 71 % wollten einen Hund, damit sie zu Hause mehr Gesellschaft haben. Lediglich ein Fünftel (22 %) haben sich einen Hund angeschafft um neue Leute kennen zu lernen.  

Kriterien bei der Hundewahl

Natürlich ist nicht jeder Hund für jeden geeignet. Für uns war es wichtig, dass wir Hunde finden, die aktiv und motiviert für Beschäftigung sind. Weiterhin sollten unsere Hunde offen zu Menschen und nicht unsicher sein. Solche Charakterzüge sieht man bereits beim Züchter. Sowohl Laika als auch Nuri sind für jeden Spaß zu haben, freuen sich tierisch über Menschen und wollen einfach nur gefallen. 

In der Studie zur Auswahl eines Hundes war 78 % wichtig, dass der Hund familientauglich ist. Zwei Drittel (66 %) legten Wert auf die Größe und für 65 % war es wichtig, dass der Hund keine rassebedingten Beschwerden hat. Für die Hälfte (48 %) spielt das Aussehen eine wichtige Rolle. 32 % bevorzugen einen Hund vom Züchter, 31 % aus dem Tierheim und 24 % aus dem Auslandstierschutz. 

Hund und Arbeit

Hund im Büro

Als Hundetrainerin habe ich den Luxus, dass die Hunde mich jeden Tag begleiten können. Dort sind sie ein unerlässlicher Teil meiner Arbeit. Auch Florian kann Beide mit ins Büro nehmen. Laika zog während meines Studiums ein. Zu dieser Zeit wusste ich noch nicht, dass ich später als Hundetrainerin arbeiten werde. Doch schon damals war klar, dass Florian Laika mit auf Arbeit nehmen kann. Ich denke, das hat uns die Entscheidung für einen Hund etwas einfacher gemacht. Denn im Fall der Fälle ist der Hund eben auch tagsüber betreut. 

279 der 400 Befragten sind berufstätig. Knapp die Hälfte davon (49 %) gaben an, dass ihr Hund zu Hause betreut wird, während sie arbeiten sind. Bei 35 % ist der Hund allein zu Hause. Nur 9 % nehmen ihren Hund mit auf Arbeit. 

Hunde und Corona

Natürlich hat sich mit der Pandemie viel geändert. Ich durfte weiterhin als Trainerin für Einzeltrainings arbeiten. Allerdings habe ich zu Beginn der Pandemie auch noch in Vollzeit studiert und die regelmäßigen Vorlesungen und das Treffen mit anderen Studenten und Studentinnen fehlten mir schon sehr. In dieser Zeit war ich sehr froh, dass Laika mir einen Grund gab um an die frische Luft zu gehen. Sie zu beschäftigen und gemeinsame Ausflüge in die Natur motivierten mich. Ohne Laika wäre mir sicher die Decke auf den Kopf gefallen. 

Tatsächlich gaben in der Studie auch 71 % aller Befragten an, dass sie froh waren, dass der Hund ihnen während der Pandemie einen Grund zum raus gehen gegeben hat.  47 % waren froh, dass der Hund immer zu Hause war um Gesellschaft zu leisten. 4 % fanden es anstrengend den Hund ständig um sich zu haben. 

Hund und Haushalt

Rolle des Hundes im Haushalt

Für uns sind Laika und Nuri vollwertige Familienmitglieder. Natürlich werden sie nicht vermenschlicht. Aber wir würden alles für sie tun und wollen für Beide nur das Beste. Wir haben keine Kinder und dementsprechend liegt der Fokus auf den beiden Hunden. Bei 92 % der Befragten ist der Hund ebenfalls ein volles Familienmitglied. Für 84 % ist es der beste Freund und für 69 % eine emotionale Stütze. 47 % gaben an, dass der Hund für sie ein Beschützer ist und für 6 % ist der Hund eine Belastung. 

Verantwortlichkeit beim Hund in einer Partnerschaft

Es war bei uns von vorn herein klar, dass die Hauptbezugsperson für beide Hunde ich bin. Ich hatte von Anfang an mehr Zeit und Hunde sind einfach meine Leidenschaft. Ich stehe in allen Papieren und beide Hunde sind auf meinen Namen gemeldet. Im Falle einer Trennung würde ich beide Hunde mitnehmen. Trotzdem haben wir uns beide Hunde gemeinsam angeschafft. Auch Florian übernimmt Gassirunden und die Kosten teilen wir uns auch. 

292 Befragten gaben an in einer Partnerschaft zu sein. Bei 64 % davon kümmern sich beide Partner gleichermaßen um den Hund. 22 % der befragten Männer gaben an, dass sie sich um den Hund kümmern. Bei den Frauen waren es 41 %. 

Hundepaten für den Hund außerhalb des Haushalts

Auch über die Betreuung des Hundes sollte man sich vor Anschaffung Gedanken machen. Urlaub ohne Hund kommt für uns nicht in Frage. Für den Fall der Fälle hätten wir aber eine sehr gute Hundepension. Das ist aber wirklich nur der Notfallplan. Ich habe liebe Kolleginnen, die die Hunde nehmen können. Weiterhin habe ich mehrere Bekannte und Freunde, die auf die Mädels aufpassen und meine Mutti ist auch immer eine helfende Hand.  

In der Studie gaben knapp ein Drittel (30 %) an, dass Verwandte die Hunde betreuen können, wenn man im eigenen Haushalt niemanden hat. Bei 24 % der Befragten kümmert sich der Partner oder die Partnerin und bei 20 % Freunde. Bei nur 6 % wird der Hund von einem Betreuer oder einer Hundepension beaufsichtigt. 34 % gaben an, dass sich niemand zusätzlich zu ihnen oder ihrem Haushalt um den Hund kümmert. 

Hund und Training

Hundeverhalten beim Aufeinandertreffen mit Tieren

Sehr spannend ist auch die Auswertung zum Verhalten des Hundes beim Aufeinandertreffen mit anderen Tieren. 65 % bleiben ruhig, wenn sie andere Hunde treffen oder warten auf das Signal ihres Halters bevor sie sich einem anderen Hund nähern. 27 % hingegen haben Trainingsbedarf, da sie unruhig werden oder sofort hinrennen. 4 % haben Angst und weichen aus. 

Auch das Jagdverhalten wurde ausgewertet. 46 % gaben an, dass ihre Hunde beim Zusammentreffen mit Katze, Eichhörnchen, Hase und Co. entspannt ist. 28 % sind unruhig, aber kontrollierbar und 22 % wollen sofort jagen. 

Laika hat kaum jagdliche Motivation. Sie sieht Wild meist gar nicht und wenn doch, dann ist sie nur interessiert und kommt auf Rückruf direkt zu mir. Nuri ist etwas jagdlicher, aber bisher auch absolut kontrollierbar. Die Pubertät kommt ja aber erst noch. 😉  Bei Hundebegegnungen ist Laika etwas interessierter, läuft aber artig im Fuß dran vorbei. Nuri findet manche Hunde noch unheimlich. Wir weichen dann etwas aus, damit es für sie entspannter ist. 

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Bedingungen für den Freilauf und Gründe für das Anleinen

Während der eine Hund immer freilaufen darf, bleibt der andere stets angeleint. Das wird ganz unterschiedlich und individuell gehandhabt. Bei uns sind die Mädels in der Stadt und im Wohngebiet an kurzen Leinen, ansonsten laufen sie frei, da der Rückruf klappt. Im Wald ist eine Schleppleine dran, da hier im Wald Leinenpflicht herrscht und auch auf unserer Gassirunde in der Nähe unseres Hauses sind sie über eine Schleppleine abgesichert, da die Autobahn nur 200 Meter entfernt ist. Kommt uns ein Hund oder Mensch entgegen, werden beide aus Rücksicht immer angeleint. 

Bei 63 % läuft der Hund frei wann immer es möglich ist. 77 % davon achten darauf, dass sie ihren Hund zu sich rufen, wenn ihnen ein anderer entgegenkommt. 64 % ist es wichtig, dass der Hund keine Menschen stört. Nur 55 % halten sich an Regeln zur Brut- und Setzzeit. 38 % leinen nur ab, wenn keine anderen Hunde in der Nähe sind und 30 % wenn keine anderen Menschen in der Nähe sind.  38 % aller Befragten leinen ihren Hund nicht ab. Die Gründe dafür sind vielfältig. 72 % gaben an, dass sie Rücksicht auf Menschen nehmen möchten. 39 % leinen ihren Hund nicht ab, weil sie Angst haben, dass er nicht auf den Rückruf hört und etwa ein Drittel (31 %) weil sie Angst haben, dass der Hund jagen geht. Etwa ein Viertel der Hundehalter (23 %) hat Angst, dass der Hund sich verletzt. 


Wir hoffen, wir konnten euch einen kleinen Einblick in diese Studie zur Auswahl eines Hundes geben. Da waren ziemlich spannende Erkenntnisse dabei, die auch ich teilweise so nicht erwartet habe. Wir bedanken uns ganz herzlich bei der AGILA Haustierversicherung, die uns die Ergebnisse der Studie für euch zur Verfügung gestellt hat. 

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